Warum muss man eigentlich immer erst ein Fass aufmachen?
Vor einer Weile beschloss ich, aus dem schön gelegenen, aber nicht wirklich heimeligen Wohnheim, das mir momentan einen warmen Schlafplatz bietet, in ein anderes, netteres umziehen zu wollen. Ich füllte also den Umzugsantrag des Studierendenwerks aus und freute mich, auf eine Warteliste zu kommen. Aber weit gefehlt: Das einzige, was ich bekam, war ein Schreiben, das mit mitteilte, meine Bewerbung würde nicht angenommen, weil die Miete einmal zurückgebucht wurde. So nett schrieben die das nicht, der Tonfall war eher “Wer nicht zahlt, darf nicht umziehen!”. Ich schrieb dem Herrn Sachbearbeiter also eine freundliche Mail, dass mich besagtes Schreiben “etwas irritiert” hätte. Schließlich wohne ich nun schon im insgesamt 5. Semester in einer der Wohnanlagen hier in Hamburg, und dass sich dann mal zwei Buchungen überschneiden, ist ein bedauerlicher Einzelfall. Wenig später schickte mir der freundliche Sachbearbeiter dann auch die freudige Botschaft, dass ich nach Rücksprache mit einer Kollegin wieder auf die Warteliste käme.
Ein wenig ärgert es mich schon, dass scheinbar sämtliche Verwaltungsvorgänge heutzutage automatisiert sind, und ich erstmal ein Fass aufmachen muss, damit mein konkreter Einzelfall auch sorgfältig geprüft wird. Ob das bei der Bahn oder beim Studierendenwerk ist: Immer wieder ist es nötig, noch einmal nachzuhaken. Aber wenigstens lohnt es sich in den meisten Fällen.
Ob ich dann irgendwann auch wirklich in das andere Wohnheim umziehe, oder bis dahin eine andere Alternative zur illustren Flur-WG gefunden hab, ist ja eine völlig andere Frage.