Oslo, das Kleine Berlin

Oslo Gardermoen ist ein ganz neuer, riesiger Flughafen. Da in Norwegen jeder fliegen muss, um ans andere Ende des Landes zu kommen, gehen hier sehr viel mehr Flüge als in Hamburg, und dementsprechend muss man sich auch hier erstmal orientieren. Der Shuttlezug in die Stadt rein ist hingegen recht schnell am Hauptbahnhof, und der wiederum mitten in der Stadt, wie sich das gehört. Da stand ich also, mein Gepäck im Schließfach verstaut, auf der tollen Karl Johanns Gate und sah die vielen Geschäfte entlang der Einkaufsmeile, die am Stadtschloss endet. Zum Glück bekam ich eine SMS von Steffi aus Freiburg, und wenig später war sie da, spendierte mir ein leckeres Mövenpickeis und spazierte mit mir zu Aker Brygge, einem netten umgebauten Hafengebiet mit Cafés und Geschäften. Im Gegensatz zu 5 Grad im bewölkten Nordnorwegen hatte ich hier auf einmal 25 Grad im Schatten und strahlenden Sonnenschein. Meine Jacke und meine beiden Taschen wurden also schnell zur Schwitzfalle, was mich aber nicht davon abhielt mir auch Majorstua anzusehen, ein Stadtteil, der stark an Prenzlauer Berg erinnerte. Eigentlich ganz nett, wenn auch nicht Bergen. :-)

Da der Vigelandspark dicht dran war, schaute ich mir den auch noch an. Überall nackte Statuen, die in unterschiedlichen Posen ineinander verkeilt sind. Spannend, irgendwie.

Auch Lars war in der Stadt, mit dem konnte ich dann auch noch ein paar Sehenswürdigkeiten abklappern. Eine Freiluftausstellung mit Bildern von bedrohten Tieren und die Festung Akershus. Wenn die Uni nicht irgendwo am Arsch der Heide liegen würde, hätte ich mir beinahe vorstellen können, auch dort mein Austauschjahr gemacht zu haben. Aber vielleicht lag das auch am Sonnenschein. Zu dem Zeitpunkt hatte ich es dann auch übers Herz gebracht, mir eine Tageskarte für den ÖPNV zu kaufen, eine schlaue Entscheidung, denn Tram fahren macht in Oslo Spaß, wie in Hamburg umfasst das Ticket auch Boote, mit denen ich aber nicht gefahren bin. Hatte mich nämlich noch mit Sebastian verabredet. Der hat zwar deutsche Eltern, kann aber kein Wort Deutsch, war trotzdem so nett, mir eine Bleibe zu geben, sodass ich nicht am Flughafen übernachten musste. Und irgendwie war der Tag dann auch schon vorbei und ich hatte nur einen kleinen Einblick in diese relativ große Stadt…

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