Conquering the North, Pt. I
Montag lud ich zum Abschiedsessen in der WG mit Gemüse in Bananen-Kokosmilch-Feta Sauce und Hallumistreifen. Alles wurde brav aufgegessen, und selbst der Dr.Oetker Pudding blieb nicht in der Tasse. Dienstag nachmittag sollte mein Zug gehen, genug Zeit also, um vorher einen Kaffee mit Carl trinken zu gehen, mich umzumelden, Papierkrams abzuholen und noch einmal zu versuchen, ob ich nicht doch noch ein paar Texte für meine Hausarbeit kopieren kann. Das funktionierte nämlich am Freitag und Montag nicht. Aus irgendeinem Grund stürzt nämlich der Kopierer ständig ab, und dann hängt mein gesamtes Guthaben ein paar Tage unbrauchbar im System hängen. Sehr nervig das alles.
Dienstag nachmittag gab ich dann am Bahnhof meinen Schlüssel und stieg in den Zug nach Oslo. Die Strecke Bergen-Oslo ist bei Touristen sehr beliebt, man fährt durch Orte wie das 1222m hoch gelegene Finse, vorbei an großartigen Berg- und Fjordlandschaften. Umstieg in Oslo, es geht nach Trondheim. Da es durch die Nacht geht, liegt auf jedem der Sitze ein Päckchen mit einer kleinen Fleecedecke, einem aufblasbaren Kissen, Oropax und einer Augenbinde. Und ich habe tatsächlich ganz gut geschlafen. Dritter Teilabschnitt Trondheim-Bodø, sehr viel Wald und Seen, die Überquerung des nördlichen Polarkreises, wo es einfach so gar keine Landschaft gibt außer kahlen Felsen. Nach 25 Stunden hatte ichs dann endlich geschafft, Bodø, die Hauptstadt der Provinz Nordland war erreicht. Eine hässlicher Stadt inmitten großrtiger Berg-, Insel- und Fjordlandschaft. Gunnar begrüßte mich am Bahnhof, und wir gingen zu dem Zimmer, in dem er immer 10Tage am Stück wohnt, wenn er da arbeitet, und das direkt über einem Bestattungsinstitut liegt. Mittwoch ging es mit nem Schnellboot zum Svartisengletscher, der nur 20m über dem Meeresspiegel liegt. Gunnar musste die Tour dreisprachig guiden und hat sich dabei richtig gut geschlagen. Nach der Tour gingen wir direkt an Bord der M/S Lyngen, eines der ältesten Schiffe der aktuellen Hurtigrutenflotte und demenstsprechend ausgestattet. Dunkle, fensterlose Gänge, wenig Unterhaltung. Da merkt man dann, dass die Hurtigrute in erster Linie Transportmittel und nicht Kreuzfahrtschiff ist. Schön war es trotzdem irgendwie, auch wenn das Wetter nicht zuließ, dass wir in den Genuß der Mitternachtssone kamen. Ich wusste zwischendrin nicht, ob ich mich jung fühlen sollte, weil der Altersschnitt etwa bei 65 lag, oder ob ich mich alt fühlen sollte, weil ich dort mit an Bord war. Wir hatten allerdings genug Bier, um und trotzdem zu amüsieren, der Spaß hatte allerdings um eins ein Ende, weil unsere Unterhaltung in Zimmerlautstärke scheinbar unsere Kabinennachbarn gestört hatte. Zumindest konnten wir zwischen dem Lärm des Maschinenraumes unter uns auch ein Klopfen von Nebenan hören. 24 Stunden später kamen wir dann in Tromsø an, viel nördlicher kommt man eigentlich auch nicht mehr. Tromsø ist vom ersten Eindruck her eine kleine, aber interessante Stadt, Gunnars WG, die aus lauter Samen besteht, sehr nett. Gleich werde ich mich hier noch etwas mehr umschauen und meinen Kater wegspazieren gehen, die Samen sind nämlich sehr trinkfest, und heute abend gehen wir noch auf eine Party.
am 19. Juni 2007 um 13:42 Uhr.
Hört sich sehr gut an. werde ich glatt neidisch.
man kann aber nicht alles haben. Ich war gestern noch einmal auf Fløien, Blåmanen und Rundemanen. Langsamer Abschied tut weh!
am 28. Juni 2007 um 23:36 Uhr.
Wo bleiben die News??? Du bist doch wieder hier, oder seh ich das falsch?