17. Mai, er jeg så glad i (Den 17. Mai, den mag ich so.)

Der 17. Mai war dieses Jahr nicht nur Christi Himmelfahrt, also der Tag, an dem sich Väter, Söhne und anderes Mannvolk mit dem Bollerwagen durch die Heide machen. Am 17. Mai vor nicht ganz 200 Jahren hat man hier nämlich die Union mit Dänemark aufgelöst und sich ein tolles Grundgesetz gegeben. Dass der Dänischen die Schwedische Union folgte, ist hierbei erstmal egal, gefeiert wird trotzdem, und zwar fett mit Paraden in jedem kleinen Kaff. Angeblich ist der Nationalfeiertag der Tag der Kinder, hier in Bergen ist aber jeder mitmarschiert, der nicht zu faul dazu war, glaub ich.

Frühmorgens wurd ich von irgendwelchen Explosionen geweckt, ging zum Kvarteret-Staff-Frühstück (eine von vielen Traditionen an diesem Tag), und stellte mich dann irgendwann in die Aufstellung der Uni Bergen Fußgruppe, in der auch das Kvarteret seine Sektion hatte. Natürlich hatte ich eine kleine blauweißrote Schleife an der Jacke bammeln, wie sich das gehört. Mit Flaggen haben die Norweger nämlich keinerlei Probleme, im Gegenteil: Wann immer sich die Gelegenheit bietet - also wenn einer von den Königs Geburtstag hat, am Frauentag, am 8. Mai oder wann auch immer), hängen hier die Flaggen draußen.

17mai

Zurück zur Parade: Auf dem Weg zur großen Aufstellung konnte man dann immer mehr Leute an den Absperrungen sehen, die darauf warteten, dass es nun endlich los ging, und als wir dann endlich kreuz und quer durch die Stadt wandern durften, tat sich eine unglaubliche jubelnde Menschenmasse auf. Wusste gar nicht, dass es in Bergen so viele Menschen gibt. Auf halber Strecke kamen mir die Student-TV-Leute entgegen und zogen mich einfach so in ihre Gruppe rüber, durfte also nochmal einen Bogen laufen und “Hurra” rufen . Lustig ist auch, dass die sich hier zu solchen Anlässen immer zum Geburtstag gratulieren, also “Gratulerer med dagen” sagen. Nachdem die Parade zwei Stunden lang prozessiert ist, war dann auch endlich Schluss, und wir gruben uns durch die Menschenmassen in ein Restaurant, wo es ein Bierchen mit den Fernsehleuten gab.

mai17

Später wurde noch an der Verft gegrillt, traditionell muss man an diesem Tag nämlich Würstchen essen. Ebenso auch ein Eis, das wir uns aber am Fischmarkt geholt haben, weil wir uns diesen Mini-Rummelplatz mal anschauen wollten, der so absolut unspaßig aussah, dass wir lieber gleich nach Hause gingen um noch ein Bier zu trinken.

17maifeuerwerk

Den krönenden Abschluss des norwegischsten aller Tage bildete das Feuerwerk am kleinen Stadtteich. Vorher tanzten betrunkene Teenager zu schlechter Technomusik auf dem Festplatz, die dann aber mit Fackeln am Teichufer Aufstellung nahmen. Das Feuerwerk konnte sich selbst in Hamburger Maßstäben blicken lassen, und so hab ich mich trotz allem Nationalkrams irgendwie doch noch mit diesem Tag versöhnt, der ja eigentlich schon ein kleines Erlebniss ist. Immerhin hat uns niemand beleidigt aus der Parade geschmissen, weil wir Deutsche sind, und das Wetter war auch toll: Sonnenschein statt Hagel und Sturm, wie sonst immer.

Ein Kommentar zu “17. Mai, er jeg så glad i (Den 17. Mai, den mag ich so.)”

  1. Katrin

    Der Nationalfeiertag war wirklich ein riesiges Ereignis gewesen. Laut Hilde ist der in Bergen sogar besser als in Oslo!!

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