Der König und ich - Wie ich beinahe keine Band interviewte (jetzt mit Link)
Es ist Bergenfest, und einige große Namen stehen hier in den sechs Tagen auf den verschiedenen Bühnen der Stadt, unter anderem Marianne Faithful, Roger Waters (Pink Floyd), Pet Shop Boys und I’m from Barcelona.
Natürlich musste Bergen Student TV auch etwas dazu machen, und der Kelch ging nicht an mir vorbei: Endlich meine erste Musikreportage! Samstag musste der Bericht fertig sein, ich suchte mir also ein Konzert am Donnerstag aus (die texanische Folkpunkband “Th’Legendary Shack*Shakers”) und kontaktierte die Pressechefin des Festivals, die mir versicherte, dass es schon klappen würde mit dem Einlass, einer Dreherlaubnis und einem Interview. Ich musste den Nachmittag über arbeiten, fuhr danach kurz nach Hause, dann zur “Garage”, wo sich herausstellte, dass ich weder auf irgendeiner Liste stand, noch eine Absprache mit der Band getroffen war. Es wurde also wild herumtelefoniert mit der Festivalleitung und meiner Redakteurin, bis wir dabei verblieben, es am folgenden Tag mit einem anderen Konzert zu versuchen.
Ich schrieb also wie abgesprochen eine nächtliche Email an die Pressechefin, mit der Bitte, das doch für den nächsten Tag zu klären. Da ich am Freitag auch arbeiten musste, sollte sie mir bis 14 Uhr antworten. Zwischendrin riefen mich meine Redakteurin und der Moderator unserer Sendung an, wie weit ich denn sei, und mit fortschreitender Zeit wurde ich auch immer frustrierter, stand kurz davor, alles sein zu lassen. 13:15 kam dann die erleichternde Mail, dass wir drei Lieder vom King Midas-Konzert filmen dürften und 10 Minuten Interview bekämen. Komplett neue Vorbereitung in viel zu wenig Zeit also. Die Schnellrecherche auf deren Website und deren Myspace Site kann ich mir zum Glück an meinem Arbeitsplatz ausdrucken und durchlesen. Halb elf sind wir am Ort des Geschehens, und zur großen Überraschung kommen sowohl ich als auch mein Kameramann (der ohnehin eine Akkreditierung hatte) ohne Probleme rein. (Janin und Kevin, der mich gerade besuchen kommt, hatten eh schon ein Ticket für die Veranstaltung.)
Der Kameramann rief nun also den Manager an, der nach mehreren Versuchen auch ranging und unser Interview für nach dem Konzert ankündigte. Nach dem wirklich guten Konzert (King Midas waren die zweiten von drei Acts) versuchten wir dann auch mehrmals, den Manager erneut zu erreichen. Nach einer halben Stunde und mehrmaligem Weggedrücktwerden gaben wir beinahe auf, als wir eine SMS bekamen, dass die Jungs jetzt müde seien und wir doch am nächsten Tag zum Hotel kommen sollten. Die Geschichte nahm also kein Ende.
Samstag morgen, ich sollte eigentlich mit Janin schon längst im Schneideraum sitzen, stehen wir also vor dem Hotell Norge und versuche erneut, den Manager anzurufen. Er geht wieder nicht ran, nach und nach sehen wir Mitglieder der Band das Hotel verlassen. Wir schicken eine letzte verzweifelte SMS and den netten Manager, und wir bekommen eine Antwort: Die Jungs haben einen unglaublich vollen Kalender und wenig Zeit.
Wir zurück: Das macht nix, wir können auch warten.
Manager (schon freundlicher): OK, halb zwölf vor dem Hotel.
Wir: Gehts auch drinnen, es ist hier draußen so laut?
Manager: OK (Mit Smiley).
Wir fragten also in der Lobby, ob wir filmen dürften und bauten die Ausrüstung auf, die fast fertig war, als der Sänger dann zu uns kam. Fünf Minuten und ein nettes, kurzes Interview später (Ich war beinahe stolz auf mich, das klang schon fast professionell.) sprach er dann noch einen netten BSTV-Promosatz in die Kamera und zog zum Fototermin von dannen.
Nun hatten wir nur noch sieben Stunden Schnitt vor uns, die dann auch irgendwie vorbei gingen. Wie so oft, wenn man zwei Minuten zu füllen hat und (wegen der Verspätung) keine Anmoderation bekommt, fliegt natürlich ein großer Teil des Interviews raus, und die Einstellungen der drei Konzertsongs variiert auch nicht besonders, vor allem, da der Sound oft ein wenig übersteuert ist. Außerdem fehlt mir ein wenig der rote Faden in dem Beitrag und ich gebe mit eher schwachen Stichworten auch nur einen minderwertigen Ersatz dafür ab. Dennoch halte ich die ganze Sache in Anbetracht der Umstände für halbwegs gelungen. Hier kann man sich nun ein eigenes Bild machen.
am 3. Mai 2007 um 02:46 Uhr.
interessant, aber ich werde bei dem Sänger im Interview nicht das Gefühl los, dass er gleich weg will oder losrocken möchte
oder mußte nur auf Toilette?