The Ark goes Helsinki
Nach und nach füllt sich das Teilnehmerfeld zum Eurovision Song Contest 2007 am 12.Mai in Helsinki. Wird ja auch Zeit, schließlich wirde die Startreihenfolge übermorgen ausgelost. Nachdem Roger Cicero am Donnerstag das unglaublich ansprechende deutsche Finale gewinnen konnte (ich habs ja nicht gesehen, aber die Auswahl war nun wirklich Pest gegen Cholera - wie will man denn jemals diesen Wettbewerb gewinnen, wenn man sich nicht traut, Songs ins Rennen zu schicken, die nicht unter 24 anderen komplett untergehen?), haben gestern The Ark in Stockholm das schwedische “Melodifestivalen” für sich entscheiden können. Mit “The worrying kind”, einer leicht schwulen Rock’n'Roll-Nummer setzten sie sich gegen ein interessantes Feld durch, das alle Facetten der klassischen Grand-Prix-Musik zu bieten hatte: Es gab tolle Balladen, kitschige gute Laune Schlager, merkwürdige Tanzeinlagen, und nicht zu vergessen den einen oder anderen extrem authentischen Latino-Einschlag.

Wie jedes Jahr wurde die Show ganz groß aufgezogen, fast so, als würde es nicht “nur” um den schwedischen Teilnehmer für Helsinki gehen, sondern als wäre das schon das große internationale Finale. In Schweden ist der Wettbewerb unglaublich beliebt, und die nationale Vorauswahl ist fast wichtiger als der ESC selbst. Über mehrere Wochen gibt es verschiedene Vorentscheidungen in unterschiedlichen Städten zur besten Sendezeit, die besten zehn davon dürfen dann im großen Finale um den Sieg kämpfen. Eigentlich ein spannendes Konzept, das eventuell viel mehr Raum lässt, Spannung aufzubauen und somit höhere Quoten zu erzielen, als das zwar kuschelige, aber doch etwas betagte deutsche Konzept, das sich noch nicht einmal um musikalische Auswahl bemüht. Hinzu kommt, dass sich in Schweden niemand zu schade ist, dort anzutreten, egal, ob die Leute schon “Megastars” sind, oder nicht.
Für The Ark, die ich im September 2005 im ”Molotow” in Hamburg sehen durfte, ist die Quali für Helsinki aber nicht nur gut fürs Prestige: “The worrying kind” ist nach langer Pause die zweite Single, die dieses Jahr rauskam, und das Album steht für April in den Startlöchern, da macht sich die Publicity für die bisher außerhalb Skandinaviens nur in Deutschland, Italien und Kalifornien halbwegs erfolgreichen Glamrocker bestimmt ganz gut. Ich gönn den Jungs das ja, und hoffe, dass sie unter die ersten fünf kommen…
Norwegen hat sich dieses Jahr übrigens was ganz Raffiniertes ausgedacht: Latino-Plastik-Pop, erinnert melodisch ein wenig an Marie N. aus Lettland, die 2002 den Wettbewerb gewinnen konnte. Dem Sailor-Publikum schiens gestern zu gefallen: “Ven a bailar conmigo” wurde zweimal gespielt, und alle gingen drauf ab…
am 23. März 2007 um 18:41 Uhr.
wenn man sich alle Sendungen von den norwegischen Entscheidungen angesehen hat, kann man das Siegerlied aber nicht mehr hören.