Halbzeit Zwei

Sonntagmorgen, acht Uhr, ich sitze im Auto meiner Mutter, auf dem Weg von Lübeck zum Hamburger Flughafen. Hinter mir liegen vier intensive Wochen Norddeutschland, vor mir sechs Monate Norwegen. So wirklich zurück will ich ja eigentlich nicht, aber das ist wahrscheinlich normal. Die Sonne über den Wolken macht den Flug wirklich angenehm, kurz vor Bergen zieht sich natürlich alles zu, aber wenigstens sehe ich keinen Ölteppich auf dem Meer. Seit 80 Tagen regnet es hier nun schon, zwar mit Unterbrechungen, aber schon recht intensiv. Während im Rest des Landes wenigstens n bischen Schnee liegt, gibt es hier noch nicht einmal ein wenig Schneematsch.

    

Mein Rollkoffer rollt nicht, also schleppe ich die 18 Kilo vom Bus zu meiner neuen WG. Zum Glück ist jemand da, ich komme also rein und werde freundlich von den Leuten empfangen, die mir auch erst einmal ihre Schlüssel leihen, weil ich meinen erst am nächsten Tag bekomme. Nach einem Gratisessen in der Volksküche (in der ich jetzt demnächst wohl auch mal mitkochen werde), hole ich ein paar meiner restlichen Sachen aus Fantoft. Carl, mit dem ich noch ein Gespräch zu führen habe, hilft mir, auch diese in die WG zu bringen.

Halbwegs eingeräumt sieht das Zimmer schon ganz wohnlich aus, ein kleiner Ausflug zu IKEA dürfte dann noch für den Feinschliff sorgen. Da bei meinem Bett ein Fuß kaputt ist, schraube ich die anderen drei auch erst einmal ab, muss mir noch überlegen, ob ich das jetzt so lasse, oder vielleicht doch mehr Stauraum brauche und einen Fuß nachkaufe…

      

Abends steht dann spontan noch Kino mit Svenja und einigen anderen netten Menschen auf dem Plan. Das zweite Mal in Norwegen im Kino, und das zweite Mal sehe ich einen spanischen Film. “Pans Labyrinth” heißt er, und ich bin wirklich beeindruckt. Ein sehr schönes Märchen für Erwachsene, das von der Stieftochter eines Generals handelt, der kurz nach dem Spanischen Bürgerkrieg in einem abgelegenen Dorf Widerständler gegen das Franco-Regime bekämpft. Sehr düster, teilweise eklig, aber doch irgendwie schön, mit viel Raum zum Nachdenken. Regisseur Guillermo del Toro ist übrigens auch für “Hellboy” und “Blade II” verantwortlich, und der Film staubte dieses Jahr auch schon eine GoldenGlobe-Nominierung ab.

Nach einer heißen (eher warmen) Schokolade in einer netten Kneipe und einem langen Schnack mit Svenja im Regen falle ich erschöpft in mein Bett, und natürlich verschlafe ich heute meinen ersten Kurs. Bin auch noch gar nicht sicher, ob ich den überhaupt mache…

3 Kommentare zu “Halbzeit Zwei”

  1. Katrin

    Ja ja, ich bereue es ja schon das ich das Angebot von Andreas am Sonntag ausgeschlagen habe. Der Film scheint ja wirklich der Hit zu sein. Anreas hat mir auch total begeistert davon berichtet. Naja, kann ich jetzt auch nicht mehr ändern. Hab ja noch gehofft, Besuch zu erhalten ;-)
    Wäre Schade, wenn du den Kurs nicht machst. Dann sehen wir uns kaum noch. Denk gut drüber nach!

  2. Katrin

    dein Zimmer sieht echt toll aus. Sieht viel größer aus als ich gedacht habe!

  3. mizi

    Ja, was Fotos nicht so alles bewirken können :-)
    Allerdings ist das Teil mit dem Sofa und dem Fernseher natürlich die Wohnküche mit Ausblick auf die Domkirche :-)

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