100 Tage und gar keine Party…
…stattdessen Arbeiten im Kvarteret. Eigentlich hatte ich die Samstagnachtschicht, aber da Anna mit ihrem Freund zum Straßenbahn-Benefiz-Konzert der Band “Kings of Convenience” wollten, haben sie mit mir getauscht. Da die Schicht um halb fünf beginnt, und ich bis um zwei Uni hab, mache ich es mir gleich vor Ort gemütlich, mit Tee und Rechner. Eigentlich mag ich ja keine Nachmittagsschichten, das is mir alles zu viel Essen, und Teller einsammeln, dazu der ganze Kaffeekrams. Da isses abends netter, man hat fast nur Bier, und rennt nich ständig wie blöde rum.
In der Gruppe waren die ziemlich lahm, muss ich sagen. Da war einer, der da scheinbar noch nicht lange arbeitet, und die Schichtleiterin lief immer planlos überall rum, und stellte dann die Biergläser in der Küche einfach so hin, statt sie in die Bierglaspaletten zu stellen. Nette Leute, aber sowas macht mich immer ein wenig wahnsinnig.
Zu meiner Überraschung war an dem Abend ein Drei-Gänge-Menü angesetzt. Und das wurde auch recht gut angenommen. Für 100 Kronen gabs Avocado mit Schinken, Provence-Huhn und Rote Grütze mit Sahne. Da das sonst keiner auf die Reihe bekam, und ich das auch ganz spaßig fand, stellt ich mich also in die Küche an die Geschirrspülstelle, schließlich musste alles n bischen fixer gehen, bei drei Gängen kommt ja so einiges zusammen. Gleich am Anfang warf ich mir ein schweres Brett auf meinen linken großen Zeh, blau isser zum Glück nich. Nebenbei durfte ich dann auch noch die Biergläser waschen, weil keiner auf die Idee kam, das zu tun. Aber ich bin ja ein gelassener Mensch, den sowas nicht aufregt ;-). Und schließlich wurden wir auch noch belohnt, als die Küche für uns extra noch ein paar Portionen fertig machte, die wir hinterher wegfuttern konnten.
Inzwischen bekomm ich sogar in ner ruhigen Minute das eine oder andere “normale” Gespräch mit meinen KollegInnen hin, was nicht unbedingt darauf schließen lässt, dass ich eventuell besser spreche, sondern eher darauf, dass die Leute langsam zutraulich werden.
Wird ja auch Zeit nach 100 Tagen. Überhaupt könnte das ja mal ein Anlass sein, Bilanz zu ziehen. So ne kleine, vorläufige. Abgesehen davon, dass die Zeit wirklich viel zu schnell vergangen ist, und ich drei Wochen durch die Lungenentzündung außer Gefecht war, glaub ich, dass bis jetzt alles nach Plan verlaufen ist. Die Uni macht Spaß, das Geld ist knapp, die Stadt ist toll. Und mein Sozialleben leidet momentan auch nicht. Im Kvarteret anzufangen war ne sehr gute Entscheidung, allein schon, weil man immer mal was zu tun hat. (Und wegen des gratis-Tees
). Ich freu mich auf meine drei Wochen in Deutschland, aber auch darauf, hier wieder herzukommen. Es geht irgendwie alles gerade erst los…
am 18. November 2006 um 16:47 Uhr.
Und, hat Yvonne fleißig im Kvarteret gelernt? Ich hab nämlich Gerüchte gehört, dass sie ein “Date” hatte. Ich hab gestern nur etwas gelesen und bin dann gegen 1 noch in den Klubb und hab etwas getanzt. Bei dir brannte noch Licht!
Amir war übrigens auch da, ich hab ihm dann noch Rühreier gemacht (er war so hungrig!). Haste gestern wieder DVD geguckt?
Wir sehen uns! Spätestens nächsten Freitag zu Norwegisch (werde Dienstag zu Hause bleiben und Donnerstag hab ich ja Examen).