Tag 83: Neue Perspektive: Vertreter

Um sieben klingelt der Wecker, und mir ist so gar nicht danach, aufzustehen. Der Regen peitscht ans Fenster, es stürmt heftig. Dorthin möchte ich nicht raus. Auf keinen Fall. Gegen halb neun hört es schlagartig auf, ich darf mich also doch auf den Weg zur Uni machen. Erst einmal muss ich aufstehen, frühstücken und mich fertig machen.

Mit der Dozentin zusammen komme ich in den Raum. Der Kurs war wie immer recht spannend, es ging diesmal um Alexander Kjelland und Amalie Skram, zwei große norwegische AutorInnen des 19. Jahrhunderts. Manchmal ist es aber ärgerlich, dass die Texte, die wir lesen, auf Englisch sind. In der Geschichte “Karens Weihnachten” (Karens Jul) wäre es zum Beispiel wichtig gewesen, den Dialekt der “Heldin” mit drin zu haben, um zu verstehen, warum sie so handelt, wie sie es tut. Insgesamt bezeichnend für die Autoren, aber auch für die Zeit ist, dass die Literatur sich offensiv mit gesellschaftlichen Problemen wie Armut, Scheidung, die Rolle der Frau allgemein, und die gesellschaftliche Scheinheiligkeit auseinandersetzt. Würd ich mir heute auch ein wenig öfter wünschen.
Zur nächsten Woche dürfen dann mein Referatspartner und ich den angeblich besten Roman von Amalie Skram, “Lucie“, vorstellen.

Zu Hause erwartete mich eine Überraschung im Briefkasten: Ein kleines Päckchen von meiner tollen Postbank. Drin war ein Thermosbecher, und auf dem Karton fand ich eine Visitenkarte meiner Kundenbetreuerin mit dem Kommentar “Danke für den Kunden, den du mir geschickt hast.“. Auf der Rückseite war mein Name, den ich dort eigenhändig raufgeschrieben hatte. Ich sollte vielleicht doch über eine Karriere als “Außendienstmitarbeiter” nachdenken. ;-) Am Freitag machte ich nämlich vor meinem Norwegischkurs ein wenig Propaganda und gab einer Mitstudentin die Karte mit. Damit ist sie dann auch hin, übrigens bisher so zufrieden wie ich von dem netten kleinen Büro, das da beinahe versteckt in der Seitenstraße liegt.

Abends war noch eine Schicht im Kvarteret auf dem Programm. Ein wunderbar ruhiger Dienstagabend. Angeblich hatte es sogar kurzzeitig ein ganz kleines bischen geschneit während der Schicht, wie mir Theresa versicherte, die auf einen Tee vorbeischaute.Die Besetzung war angenehm entspannt, und wie immer herrschte ein Mangel an Biergläsern. Die kamen dann zum Feierabend aus dem Pub, allerdings dreckig und ich durfte sie alle sortieren und spülen. Nichtsdestotrotz waren wir fix draußen, und ich war zufrieden, weil ich es geschafft hab, neben meinen ständigen Hustenanfällen auch mal ein wenig norwegischen Smalltalk zu starten und die Leute etwas kennenzulernen, mit denen ich da so arbeite. Angeblich hatte es sogar kurzzeitig ein ganz kleines bischen geschneit während der Schicht, wie mir Theresa versicherte, die auf einen Tee vorbeischaute.

Am Freitag ist wieder eine Internparty mit Motto “Halloween“, ich freu mich schon drauf, aufs Gruppeninterne Vorspiel und auf die Party im Kvarteret. Ich weiß nur nicht, ob, und als was ich mich verkleiden soll/kann. Mal schauen…ein Blutstreifen im Gesicht tuts zur Not auch…:-)

Ein Kommentar zu “Tag 83: Neue Perspektive: Vertreter”

  1. Katrin

    Es hat wirklich ein klein wenig geschneit, allerdings nur vereinzelte Flocken. Kaum zu sehen, da es auch regnete!

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