Tag 77 und 78: Was fängt denn so alles mit “K” an?

Kammerjäger:
Wie erwartet, klopfte es kurz nach zehn laut an meiner Tür. Als ich mich aus dem Bett geschält und meine Zimmertür aufgemacht hatte, stand auch schon ein unheimlich aussehender Mann mit Atemschutzmaske und Sprühflasche in der Tür. Ich fragte, ob ich jetzt die Wohnung besser verlassen sollte, aber er meinte irgendwas von in zwei Stunden. Dann sprühte er ein wenig rum und verließ die Wohnung. In Erwartung, dass nun noch irgendwas passierte, verkroch ich mich also in meinem Zimmer. Eigentlich wollt ich noch in die Stadt für die Banksache, aber ich schaffte es nicht einmal unter die Dusche, weil dieses Insektizid bestialisch nach aggressivem Schuhspray stank. Also wartete ich die erwähnten zwei Stunden und fing dann an, kräftig zu lüften. Feng-Shui war seit Montag nicht mehr in der Wohnung (er kam eben für einen kurzen Moment zurück, spülte irgendwie in der Küche rum, und verschwand wieder, hat wahrscheinlich gar nicht mitbekommen, dass ich für ihn den Küchenschrank mit ausgeräumt hab, und dass überhaupt irgendwas war), also konnte ich nur in meinem Zimmer das Fenster öffnen. Eine weitere Stunde später traute ich mich dann mit einem Geschirrtuch als Atemschutz in die Küche, um Sachen aus dem Kühlschrank zu holen und mir einen Kaffee zu machen. Und da ich abends auch noch arbeiten musste, habe ich mich irgendwann unter die Dusche gewagt, wo ich dann beim Einseifen ne fiese Hustenattacke bekam.

Kvarteret:
Das Arbeiten im Kvarteret war auch etwas anstrengend. Nicht nur, dass wir kaum Biergläser hatten, weil die Hansa-Brauerei erstens momentan nix nachliefert, und die Gläser zweitens ständig kaputt gehen, weil sie für die Waschpaletten einfach zu hoch sind. Dazu kam, dass wir zwar zu viert in der Gruppe gearbeitet hatten, aber trotzdem keiner so richtig nen Plan hatte, was seine Aufgaben waren. Sowas mag ich ja. Mit meinem Husten hab ich mich die meiste Zeit darauf beschränkt, Geschirr und Gläser von den Tischen einzusammeln und in der Küche zu waschen. Für einen Mittwoch war auch ganz gut zu tun, mehr als den einen Samstag, an dem ich arbeiten musste. Am planlosesten war allerdings das Aufräumen. So lange hab ich noch nie gebraucht. Die Sachen, die viel Zeit erfordern, wurden komischerweise erst spät in Angriff genommen, und entweder standen sich alle auf den Füßen, oder aber es waren nur zwei Leute da, weil die anderen beiden mit der Kasse zu tun hatten. Schließlich mussten auch noch die Mülltonnen vom Hof auf die Straße gefahren werden, und als die Uhr bedrohlich auf 0.40 Uhr zuging (zehn vor eins fährt der letzte Bus nach Hause), habe ich mich dann verabschiedet. Da war auch nicht mehr so viel zu tun. Völlig kaputt und hustend kam ich gegen halb zwei im immer noch ätzend riechenden Appartement an, und fiel recht fix ins Bett.

Kurs:
Heute morgen hatte ich dann die erste Sitzung meines tollen Kurses “Communication and Publication on the Web“. Der Bus brauchte heute eine geschlagene halbe Stunde in die Stadt, das hieß, ich kam ein paar Minuten zu spät, obwohl ich mal pünktlich losgefahren bin. Der Prof sagte ein paar einführende Worte, verließ dann den Raum und ließ uns mit einem Studenten als Tutor alleine, der seine erste Sitzung leiten durfte. Ahnung hatte er auf jeden Fall, nur kam er anfangs nicht so recht in Schwung. Seine Ausführungen waren für viele viel zu abstrakt, und als dann noch ein Mädel die merkwürdige Bemerkung machte, dass sie ja alles wüsste, und er doch zu XML auf jeden Fall die Entstehungsgeschichte erzählen müsse, kam er ein wenig aus dem Konzept und entließ uns erst einmal in die Pause. Nach der Pause durften wir dann selbst ein wenig mit html rumspielen und einfache Sachen ausprobieren. Am Ende des Kurses, also in knapp fünf Wochen, müssen wir eine eigene Website programmiert haben, auf der wir drei Essays ablegen, und einen Essay als Examensarbeit besonders gestalten. Ich fands auf jeden Fall spaßig, und die Grundprinzipien von html sind ja auch nicht so schwer zu begreifen. (Allerdings hatte die Frau, die alles wusste, arge Probleme mit den einfachen Spielereien. Schadenfreude lag mir natürlich fern.) Habe mir auch schon einmal die uns empfohlene Seite mit tollen ”Web Building Tutorials“ angeschaut, sehr zu empfehlen.

Danach gabs noch etwas Norwegisch, was unspektakulär verlief, nur durch eine Diskussion über Kakerlaken in Fantoft kurz unterbrochen wurde. Und hätte nicht mein Magen so wehgetan, ich hätte die Sitzung sicher entspannt verfolgt.

Kompendium:
Das Kompendium für meinen Literaturkurs habe ich jetzt auch endlich gekauft. Hat auch nur 140 Kronen gekostet, ein Schnäppchen im Vergleich zu anderen Readern, die leicht mal 900 Kronen kosten können (und weder zu Medizin- noch Jurakursen sind). Nun kann ich endlich mal die Texte lesen, die man in dem Kurs neben den Büchern so gelesen haben sollte. :-)

Konto:
Schließlich gelang es mir dann noch, in einer Filiale der norwegischen Postbank ein Studentenkonto zu eröffnen. Ich bezahle keinerlei Gebühren, bekomme in zwei Wochen meine eigene Visa-Karte (ohne Kredit, dafür mit Foto), Online- und Telefonbanking und eine MasterCard mit Kredit hätte ich auch noch beantragen können. Aber was soll ich denn damit? Kreditwürdig wäre ich wahrscheinlich eh nicht.
Das Angebot ist auf jeden Fall um einiges besser, als bei der DnB Norge Bank, und das, obwohl beide zum selben Konzern gehören. Die Bankfrau war sehr freundlich und zuvorkommend, auch wenn sie mit meinem Personalausweis nicht wirklich etwas anfangen konnte, gebraucht man hier doch zur eindeutigen Identitätsbestimmung den Pass. Nach ein paar Telefonaten war das aber geklärt, und nun habe ich schon mal ein Metalletui für Scheckkarten und einen Einkaufswagenchip-Schlüsselanhänger mit nach Hause nehmen dürfen. Meine dringend benötigte Kontonummer kann ich mir morgen abholen. Eigentlich hätten sie mir die zugeschickt, aber so lange wollte ich dann nicht warten. Der nächste Haken auf meiner ToDo-Liste ist also gesetzt.

Kaputt:
Beim betreten des Einkaufszentrums Exhibition kam ich im nassen Eingangsbereich etwas ins Rutschen. Mit den Händen in den Jackentaschen, die beim Rutschen auseinander driften, sehr fatal: Ich riss den untersten Knopf meiner Jacke komplett mit allen Fäden raus, und dort, wo der Knopf war, ist nun ein Loch. Ich werd mal schaun, dass ich an Nadel und Faden komme, und das so schnell es geht, flicke. So kann ich ja nicht rumlaufen…

Kaffee: Noch was? Habe mir heute mal eine Dose illy-Espresso für 50 Kronen gegönnt, weil der andere, den ich bei Safari gekauft habe, leer war (und auch nicht so viel günstiger). Nach einer ersten Geschmacksprobe bin ich recht zufrieden. Auf jeden Fall besser als der alte.

Ein Kommentar zu “Tag 77 und 78: Was fängt denn so alles mit “K” an?”

  1. Katrin

    Könnte heulen. Mein Handy spinnt total rum. Ich kann gar nichts mehr damit machen. ich habe Amir geantwortet und als ich ihm dann auf seine zweite SMS antworten wollte, hat es rumgesponnen. *heul*
    War es schwarzes Garn, was du wolltest? Naja, wenn nicht mußte zu mir hoch kommen. Fand ich aber trotzdem nicht nett, deine Beleidigung! Bin ganz traurig!

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