Tag 72(feat. Berit): Haushaltstag, eine Beerdigung und IKEA
Nach einer Nacht, in der Charlies Schokoladenfabrik (ja, noch ein Tim Burton-Film) uns bis halb vier wachhielt (also, nun, Berit hat die letzte halbe Stunde eher schlafend verbracht und murmelte etwas von Kindern, die zu Schokoladenteilen verarbeitet werden, als ich sie hinterher ins Bett schickte), und die mir pünktlich in dem Moment, in dem ich schlafen wollte, vor der Haustür eine Partybescherte, weckte uns die nicht vorhandene Mittagssonne. Es sah mal wieder nach einem eher nassen Bergen-Tag aus.
Bei dem Wetter war uns beiden nicht nach großen Unternehmungen zumute, aber es hatte sich ja in den letzten zwei Wochen, in denen ich so krank vor mich hin verwahrloste, eine Menge Arbeit angesammelt. Während ich frühstückte, kam Berit auf die wirklich geniale Idee, mit einem heißen Topf und Klopapier die Wachsflecken aus meinem Cordsakko zu bügeln. Und siehe, es funktionierte wirklich gut, ich war begeistert.
Danach ging es an etwas wirklich dringliches: Die Wäsche musste gewaschen werden. Mit den Sachen, die ich die letzten zwei Wochen im Fieber so vollgeschwitzt hatte, konnte ich das erste Mal seit Ewigkeiten mal eine Unterteilung in Bunt- und Kochwäsche vornehmen. Bei der Gelegenheit machten wir gleich mal ein Foto von der tollen Miele-Waschküche.
Leider waren mal wieder fünf der sieben Trockner außer Betrieb, wir mussten also einiges im Zimmer aufhängen, das ich zum Glück auch schon mal ein wenig aufgeräumt hatte. Man beachte die Hamburg-Flagge im Fenster:
Nachdem die Wäsche fertig war, ich das Bad durchgespült und die Wollmäuse im Flur aufgesammelt hatte (meine Güte war ich fleißig), wurde es Zeit für den traurigen Teil des Tages: Petersilie sollte bestattet werden. Der Ort der Bestattung sollte die Stabkirche werden, Katrin kam auch mit. Mit einem Löffel schippten wir eine kleine Mulde im Wald aus und legten ihre sterblichen Überreste (ohne Styropor) hinein. An dem zugeschippten Grab befestigten wir ein Schild, das in Spanisch, Norwegisch, Englisch und Deutsch auf Petersilie hinwies.
Gut, es war sicherlich keine echte Wikingerbestattung, mit Schiff und Feuer und so, aber immerhin hat Petersilie nun eine sehr schöne Aussicht auf eine alte Wikinger-Stabkirche:
Ein trauriger, aber erleichterter Knu machte sich dann auf den Rückweg.
Es war inzwischen 18 Uhr, und wir wollten noch zu IKEA, also mussten wir uns etwas sputen, die haben schließlich nur bis 22 Uhr auf. Nach etwas Verwirrung am Busbahnhof und einer ewigen Busfahrt durch enge und steile Kurven kamen wir an einem riesigen Grüne-Wiese-Einkaufszentrum an, das von unglaublich vielen rumhängenden Jugendlichen bevölkert wurde.
Mit etwa hundert Metern Abstand dazu stand auch unser Zielobjekt, durch das wir mit unserer Mission, eine Bettdecke und ein paar andere wichtige Sachen zu besorgen, durchliefen. Den Einkaufszettel hatten wir leider vergessen, also mussten wir uns auf unser Gedächtnis, Inspiration durch die Ausstellungsstücke und unsere eiserne Disziplin verlassen (Och, die Kerzenleuchter da drüben sehen aber auch nicht schlecht aus, und so teuer sind sie ja dann gar nicht…Nein!). Wir kamen auch sehr glimpflich davon, Berit hat die Ausbeute einfach mal fotografiert. Auf dem Foto zu sehen sind: Eine mitteldicke Daunenbettdecke (Ente) für 79 Kronen, ein paar Messer - darunter auch ein dringend benötigtes Brotmesser- für 15 Kronen, zwei Teller für je 5 Kronen, zwei Gläser (ja, die Standard-Cocktailgläser) für je 5 Kronen, Geschirrhandtücher für 25 Kronen, zwei Quirls für zusammen 9Kronen, Kleiderbügel für 10 Kronen, eine Packung Kerzen für 19 Kronen und eine Rolle Mars minis für 40 Kronen, die Berit sich gegönnt hat.
Zusammen gaben wir also etwas über 200 Kronen aus, so wenig hab ich in Deutschland noch nie geschafft, muss ich gestehen.
Vor der Rückfahrt gab es noch ein wenig Konfusion, weil wir für die Fahrt in die Zone, in der unsere Monatskarte wieder gilt, auf einmal 23 Kronen zahlen sollten, was etwas verwunderte, weil die Fahrt raus nur 8 Kronen extra gekostet hatte. Wehren konnten wir uns nicht, und eine gewisse, wenn auch dumme Logik, hatte das System ja auch. Gegen halb elf waren wir dann auch endlich zu Hause, kochten uns leckere Nudeln mit einer selbstgemachten Tomaten-Paprika-rote Zwiebeln-Weißwein-Sahne-Sauce, tranken einen Verdauungskaffe, und wenn ich diese Zeilen beendet habe, gibt es zum Tagesabschluss noch einmal die letzte halbe Stunde Schokoladenfabrik für Berit. Der Tag hat doch ganz schön geschlaucht, auch wenn wir ihn zum Glück dann doch trocken überstanden.
am 21. Oktober 2006 um 03:10 Uhr.
Ich hoffe, der Petersilie gefällt es an ihrem neuen Bestimmungsort. War bis gerade bei Yvonne. Wir haben über Gott und die Welt gequatscht. Sie war ja mit Ape (weiß nich wie man den Namen schreibt) und Saskia im Kino und hat sich “Das Parfum” angeschaut. Morgen wollen wir zu Lidl, die Äpfel sind einfach gut. Außer Zucker und Rømme werde ich aber nichts kaufen. An dieser stelle sei erwähnt, dass ich den Kuchen noch nicht gebacken hab. Die Küche war wieder besetzt als ich kam und jetzt hatte ich auch keine Lust mehr. Ist also meine morgige Tagesaufgabe (neben meinem Date!;-)) Wir sehen uns!!