Tag 43: Feiern können sie, die Norweger…

Hui, das war ne Party…! Nachdem der Abend eher entmutigend angefangen hatte, hätte ich das so nicht erwartet…Als ich mich nämlich mit ein paar Leuten aus meiner Schichtgruppe 1 am Blauen Stein getroffen hab, um zu Thine, der Gruppenleiterin zum Vorspiel zu gehen, fühlte ich mich etwas verloren. Auf dem Weg zu Thine herrschte Schweigen, und erst, als jeder seinen Wein (ich meinen Sekt) aufgemacht hatte, und Trivial Pursuit rausgeholt wurde, fing der Abend an, in Schwung zu kommen. (Dass ich die Leute auch auf Norwegisch abgekocht habe, brauche ich ja nicht extra zu erwähnen ;-) Die haben dann irgendwann die Familienedition rausgeholt, damit sie auch mal nen Stein bekommen, hehe) Die brauchen hier tatsächlich immer ein wenig Alkohol, um aufzutauen. Mir hat das aber auch nicht geschadet, so konnte ich meine Hemmungen, Norwegisch zu reden, ein wenig abbauen. Man denkt halt weniger nach, wenn man getrunken hat - auch darüber, ob der Satz jetzt richtig gebaut ist, oder nicht. Irgendwann gingen wir dann zu fünft -zwei Diebe (Tyv), ein Trainer (Trener), ein Zauberer (Trollmann) und ein Turist (das war ich) los ins Kvarteret, wo eine Etage für die Internparty abgesperrt wurde. Auf dem Weg dorthin trank ich doch tatsächlich eine Flasche Bier aus, mitten auf der Straße!!! Der Zauberer wurde etwas merkwürdig angeguckt. Schon lustig, wie die Leute hier gucken, wenn ein Typ mit Rauschebart und Zaubererhut durch die Stadt läuft. Ist halt doch etwas kleiner hier. :-)

Auf der Party haben auch alle gleich erkannt, was meine simple Kostümierung darstellen sollte. Mit hochgekrempelten Hosen, meinem karierten Hemd, in dem ein Stadtplan steckte, meiner Mütze, und der tollen selbstgebastelten Kamera habe ich wohl einen guten Touristen abgegeben.

Das Bier kostete übrigens nur 25 Kronen an dem Abend, da konnte ich mich trotz Ebbe in der Brieftasche nicht dagegen wehren, auch zweimal zuzuschlagen, um mit Anna, Anna und Anne anzustoßen:

Anna ging als “Tyttebære“, also Preiselbeere. Außerdem unter den teilweise wirklich netten Kostümen: Tommy og Tigeren (Calvin and Hobbes), Trolle, Terroristen, ein Teppich, eine Verrückte (tvangsinnvakt), eine Kampflesbe (das Wort weiß ich jetzt nicht mehr) und und und…Alle waren gut drauf, und unglaublich nett, und ich bekam eine Menge Gelegenheiten, Norwegisch zu sprechen und Lob dafür zu bekommen.

Nach der “offiziellen” Party, die um halb drei endete, ging es noch ins Nebenhaus, die “Villa“, in dem die Büros, und eben auch ein “Internclub” liegen. Dort wurde noch ein wenig Nachspiel gefeiert, und das nicht zu knapp. Vom üblichen Nachspiel-Abhängen war hier nix zu sehen:

   

War sehr sympathisch, wie alle zu ”The Ark“ auf den Ikea-Tischen getanzt haben.

Anna und ich sind gegen vier dann zu Fuß aufgebrochen und waren gegen fünf in Fantoft. Feng-Shui war doch tatsächlich auch gerade erst nach Hause gekommen, und duschte erstmal wieder, zum Glück nur ne halbe Stunde. Heute ging es dann nach dreieinhalb Stunden Schlaf zum Norwegischkurs, so ganz nüchtern bin ich auch jetzt noch nicht. Und ausgerechnet heute, wo sich der Sommer nochmal zurückmeldet (ich zweifle langsam daran, dass ich irgendwann mal richtig liege mit dem finalen Eintreffen des Herbstes), hänge ich so durch. Strahlender Sonnenschein, und Knu kann nich wandern gehen. Stattdessen schnippel ich den Blumenkohl klein, den mir der Chinese als Ersatz mitbrachte, und den eine Raupe für sich als Lebensraum ausgesucht hat. Jetzt muss ich die Hälfte rausschneiden, weil die überall ihren Dreck hinterlassen musste, die doofe Kuh.

Ein Kommentar zu “Tag 43: Feiern können sie, die Norweger…”

  1. Katrin

    oooh, armer Kerl. Sahst aber relativ frisch aus (im Norwegischunterricht!)

    wir sehen uns! ;-)

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