Tag 41: I don’t like tuesdays…

…, hätte das Motto des Tages sein können. Weil Feng-Shui and friends wieder bis halb drei gefeiert haben, und er selbst dann noch ne Stunde unter der Dusche chinesische Schlager singen musste, quälte ich mich viel zu spät in den Schlaf, um noch pünktlich um zehn in der Uni zu sein. Es wurde dann also viertel nach elf, bis ich im Seminar aufschlug, in dem ich eigentlich ein Referat über Schweden im 19. Jahrhundert halten musste. Das Script, das ich der Frau einen Tag vorher geschickt hatte, damit sie es ausdruckt, kam leider nicht an, so dass das Referat ins Wasser fiel.
Ins Wasser fiel auch der Rest des Tages. Der Herbst hatte Bergen ziemlich im Griff. Auf dem Weg von der Uni zum Bus nützte mir auch mein Schirm nicht viel gegen den Hagelsturm, der genauso schnell kam, wie er auch wieder aufhörte. Kurz davor schlug ein Blitz in nicht allzu großem Abstand ein.
Abends musste ich im Kvarteret arbeiten. Die Leute in meiner Schicht waren zwar recht nett, irgendwie kam ich mir aber doch unglaublich fremd vor. Ich glaube, die haben Angst vor mir, bzw. meinen unvollständigen Sprachkenntnissen. Wenn man dann noch die richtigen Worte nicht kennt, die man zur jeweiligen Zeit braucht, isses schon doof. Irgendwie sind die aus den anderen Schichtgruppen immer netter. Zu allem Überfluss hat mir eine von denen dann noch mein Cordsakko mit Kerzenwachs bekleckert. Die Jacke lag im Lager, und sie wollte da die Kerzen unterbringen, als das noch nicht abgekühlte Wachs da so runterlief.
Ich hoffe mal, dass die mir die Reinigung bezahlen, denn normal bekomm ich das aus dem Cord bestimmt nicht raus. Gut, dass mein Onkel mir meinen blauen Hanseatenmantel mitgebracht hat, sonst hätte ich jetzt nicht einmal eine saubere Jacke.
Ansonsten lief das Arbeiten aber ganz gut, ich denke mal, dass das immer noch Anlaufschwierigkeiten sind, die sich mit der nötigen Routine dann schon geben. Immerhin gibts da ja auch nette Gäste. Vielleicht war es auch einfach nur nicht mein Tag.

Morgen ist eine große Internparty für alle, die im Kvarteret arbeiten, das Motto ist “T”. Ich muss mir also ein Kostüm ausdenken für etwas, das mit T anfängt. Ich dachte an “Turist” (das is die norwegische Schreibweise, nicht wundern), das könnte ich mit dem, was ich da hab, noch hinbekommen. Sonst fällt mir auch nix ein, das is für mich alles zu kurzfristig, irgendwie.

3 Kommentare zu “Tag 41: I don’t like tuesdays…”

  1. Das Fräulein G.

    oh ja, es gibt wirklich verflixte tage…nicht nur in norwegen! ;)

  2. harald

    Kopf hoch, mal ist es schlecht und du fühlst dich allein, aber es kommt immer ein dannach. :)

  3. Kai

    Och Kleena… Du bekommst das schon hin… Und bei Wachs kann ein Löschblatt und ein Bügeleisen helfen… ;)

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