Tag 34: Die Nachmittagsschicht…
…im “Stjernesalen“, also dem Café vom Kvarteret beginnt um 15.00 Uhr. Zwei Minuten nach drei stehe ich also am Tresen und gucke hilflos, darauf wartend, dass irgendwer mitbekommt, dass ich arbeiten will. Irgendwann passiert das auch, und auf einmal stehe ich hinterm Tresen und mache Kaffee, zapfe Bier, mach den Abwasch in der Küche fertig, nehme Bestellungen entgegen und kassiere. Die Kasse ist überhaupt ne recht spannende Geschichte. Als ichs dann raushatte, konnte ich den Leuten über ihre Kreditkarte sogar noch Geld rausgeben, wie eine Bank quasi. Allerdings war em Ende der Schicht minus in der Kasse. Ich hab zwar gehört, dass das eigentlich fast immer passiert, aber irgendwie hatte ich doch n schlechtes Gewissen. Ich will nicht wissen, wie oft ich zu viel gebucht hab, weil ich irgendwelche Fehlbuchungen nicht löschen konnte, oder weil die Kasse nicht das wollte, was ich mir ausgedacht hatte. Anne-Kari, die Schichtverantwortliche, war jedenfalls recht unruhig und rechnete alles fünfmal nach. Scheinbar macht sie das noch nicht allzulange…
Dennoch waren die fünf Stunden recht nett. In meiner Schicht arbeiteten neben Anne-Kari noch zwei andere nette NorwegerInnen. Es ist auch erstaunlich, wie wenig Worte man so braucht, wenn man so am Arbeiten ist. Ich habe zwar Norwegisch geredet, und die Leute meistens verstanden, aber wenn man nachher weiß, dass die Bier und Kaffee, oder was zu essen wollen, ist das auch keine Kunst. Wenn denen nach SmallTalk war, oder sie eine bestimmte Info brauchten, musste ich sie dann doch an wen anders verweisen.
Nach der Schicht schaute ich mir noch ein paar Leute beim “liberalen” Scrabble an, also mt Wörtern, die ich gar nicht kennen KONNTE.
Das waren Leute, die auch im “Kvarter” arbeiten, aber heute frei hatten. Ich glaube, man knüpft dort wirklich schnell Kontakte unter “Kollegen”, selbst, wenn man nie gleichzeitig zusammen arbeiten sollte. Da ich irgendwie noch nicht in der Gruppenliste stand, hab ich mich da heute einfach dazugetragen, und mir am nächsten Dienstag, wenn meine Gruppe wieder dran ist, mal die Spätschicht rausgesucht. Im Klartext bedeutet das mehr Bier, mehr Stress, mehr Kartenzahlung und hinterher sauber machen. Ich freu mich schon drauf…
Jetzt sollte ich mal was essen, von drei Kaffee und ein paar Salzstangen den ganzen Tag wird man ja auch nicht satt….