Tag 20: Lidl, Uni und Monopoly
Die drei Sachen haben nicht unmittelbar miteinander zu tun, darum der Reihe nach:
1. Lidl
Wie der amerikanische Handelskonzern WalMart, strebt auch Lidl danach, neue Märkte zu erschließen. Und wie WalMart, dessen Exkurs nach Deutschland gerade erst spektakulär gescheitert ist, hat auch Lidl so seine Probleme.
Vor knapp zwei Jahren schickten sich die Schwaben an, Skandinavien zu erobern. Bilanz bisher: 46 Filialen in Norwegen (geplant waren 74 bis Ende 2006), ständig
wechselndes Führungspersonal und ein Marktanteil von sagenhaften 1,6 %. Einige große Filialen mussten mangels Auslastung Teilflächen schließen und untervermieten. Der Norweger an sich scheint den billigen deutschen Eigenmarken nicht so recht über den Weg zu trauen. Lieber greift er auf seine vertrauten einheimischen Markenprodukte zurück. Offiziell denkt man bei Lidl aber noch lange nicht ans Aufgeben: Seit diesem Jahr bekommt man auch im Discounter die ”guten” norwegischen
Sachen, und angeblich sind auch weitere Neueröffnungen geplant. Experten sehen in der momentanen Situation auch nur die üblichen Anlaufschwierigkeiten. Schließlich musste Aldi in Dänemark auch zehn Jahre warten, bis schwarze Zahlen geschrieben wurden. Außerdem ist Lidl inzwischen so groß und so weit in Europa verbreitet, dass man sich einen langen Atem auf einem relativ kleinen Markt (man geht in der “Region Skandinavien” von etwa 20-25 Millionen potentiellen KundInnen aus) durchaus leisten kann.
Da kann die sogenannte Tageszeitung “Dagbladet” auch auf der gestrigen Titelseite “Wir wollen keine deutsche Ware haben - Lidl rackert sich in Norwegen ab” schreiben (sämtliche Angaben hier beziehen sich auch auf die besagte Titelgeschichte), tot ist Lidl hier noch lange nicht. Ob man das nun mag, oder nicht…
Purzelnde Preise, wie jeder erwartet hatte, brachte Lidl übrigens auch nicht. Die etablierten Ketten sind dem neuen Konkurrenten weitgehend mit Verbesserungen in Service und Angebot begegnet. Geiz ist eben nicht immer auch gleich geil.
Den Lidl-Markt bei mir ums Eck hab ich auch immer noch nicht gefunden…
2. Uni
Der erste wirkliche Unitag. “Scandinavian Literature up to the 19th century”, Beginn 10.15 Uhr. Was für eine Quälerei, morgens aus dem Bett zu kommen. Dann, nach Dusche, Kaffee, “Tagesschau“-Podcast und Cornflakes, gings eigentlich ganz gut. Im Kurs gings um Nordische Mythologie und Altnorwegische “Sagas”, also Erzählungen…Wenn ich erst den Reader für 180 Kr. gekauft und die anderen Bücher in der Bibliothek gefunden hab, wird der Kurs sicher recht arbeitsintensiv, aber spannend. Im Kurs selbst sind natürlich wieder 90 % Deutsche, schön ist das nich…
Danach Norwegisch. Der 3er Kurs ist ganz in Ordnung, die Dozentin scheinbar recht nett, nur Bergensisch redet sie nicht. Auch hier gibt es zuzüglich zu den Kopien (100 Kr.) noch einen Reader mit scheinbar ganz netten Texten für 70 Kr. Soll nochmal einer sagen, studieren kostet nix.
Als der Kurs endlich vorbei war - die Kurse gehen immer von viertel nach x bis um x+2, mit ner Pause zwischendrin - gab es bei Svenja, die inzwischen in einer netten neuen WG wohnt, noch ein Käffchen.
3. Monopoly
Mit den Berlinerinnen (Yvonne, Janin und Katrin) habe ich mich dann abends im Klubb Fantoft getroffen. Sozialisation muss ja auch sein.
Zuerst kickerten wir ein wenig (nach einer unglücklichen Anfangsniederlage gab es zwei glorreiche Siege, und das mir! Ab sofort werde ich nur noch gegen -heterosexuelle-
Frauen antreten), um danach 5 Stunden zu viert Monopoly zu spielen.
Von den Straßen, die ich erwischen konnte, war meine Ausgangsposition eigentlich nicht die beste. Dennoch hatte ich zum Schluss bis auf ein paar wenige Scheine, die immer zwischen Janine und mir hin und her gingen, die gesamte Bank bei mir…geschickte Verhandlungen und schnelles Ausbauen machtens möglich. Zu Ende spielen konnten wir die Partie nicht, da der Klubb heute schon um halb zwei zu gemacht hat. Wundert mich eigentlich, wenn ich schlafen will, ist da auch um drei noch Lärm…
am 22. September 2006 um 00:17 Uhr.
Ja, Ja! Schon lustig wenn man gewinnt. Hat aber trotzdem Spass gemacht!
am 21. Februar 2009 um 15:33 Uhr.
Also mittlerweile kann man wie ich finde durchaus einen Preisrückgang bei vielen Produkten verzeichnen. Natürlich nicht bei allen, aber soweit ich das mitbekomme, haben doch viele Supermärkte mit Eigenmarken auf die günstigen Discounterangebote reagiert, so dass man mittlerweile auch in angenehmer Atmosphäre so günstig wie bei Lidl einkaufen kann. Bin mal gespannt, wie das noch so weiter geht.