Tag 16 (Nachmittags) - 18: Anstrengendes Wochenende

Freitag:
Kaffee im “Kvarteret“. Und wieder wurde ich nach einem Beweis meines Studentendaseins gefragt. Seh ich schon so alt aus? Oder einfach nur nicht alternativ genug? Ich weiß es nicht. Leider konnte ich den Kaffee nicht draußen trinken, weils angefangen hat, zu regnen. Egal, das Eurovisionsbuch hab ich trotzdem endlich durch. Gar nicht so schlecht für eine wissenschaftliche Arbeit. Jetzt brauche ich ein neues Buch für den Bus. Any recommendations?

Nachdem ich fertig war, bin ich in der Stadt Thoko und Anja begegnet. Wäre beinahe an ihnen vorbeigelaufen, ich Blindfisch. Wir sind dann zusammen in den beiden Einkaufszentren “Galleriet” und “Xhibition” shoppen gewesen. Die sind beide recht groß, und mitten in der Stadt. Wenn man bedenkt, wie oft es hier regnet, ist es gar keine schlechte Idee, dass die Dinger hier stehen :-) Kurz vor Ladenschluss waren die beiden dann glücklich und zufrieden, mit neuen Schuhen und Jacken versorgt. Ich hab sie dann noch zum Chinesen geführt, und bin zum Essen nach Haus. Auf dem Weg zum Bus hat der “Regenbogen der Woche” dann noch arge Konkurrenz bekommen:

Eigentlich wollten ”meine Gäste” dann nachkommen, allerdings gab es wohl ein
Problem im Zusammenhang mit ihren Fahrrädern und teuren Taxis, so dass es wohl ewig gedauert hat, bis sie endlich in ihrem Hotel waren. Naja, die Zeit habe ich mir auch so sehr gut vertrieben, und zwar mit einigen Folgen der Serie “Dr.Who”. In der Serie geht es um einen “Timelord”, der mit seiner Telefonzelle durch Zeit und Raum reist, und dabei gegen allerlei Aliens kämpfen muss. Dr. Who gab es auch schon einmal in den 60ern, die BBC hat sich aber gedacht, dass man mit den neuen technischen Möglichkeiten doch gut und gerne mal versuchen könnte, die Serie weiterzuerzählen. Die Geschichten sind teilweise recht albern, die Effekte nicht die allerbesten, aber trotzdem ist es unglaublich spannend, sehr düster, und irgendwie britisch. Die dritte Staffel läuft im Winter in GB an, ab Herbst soll die Serie wohl auf Pro 7 zu sehen sein, vielleicht ist die Synchronfassung ja gar nicht sooo schlecht…

“Klubb Fantoft” hat heute auch noch wiedereröffnet. Die Wohnheimbar wurde grundlegend renoviert und neu ausgestattet. Sieht ganz nett aus, dumm nur, dass der Laden direkt vor meiner Tür sein muss. Am Eröffnungsabend musste ich bei geschlossenem Fenster und mit aufgedrehtem iPod im Ohr versuchen einzuschlafen. Das wird ein Spaß die nächsten Wochen…:-/

Samstag:
Endlich wieder eigener Kaffee!!! Wie habe ich meine Caffettiera vermisst. Anja und Thoko waren heute da, und haben sie mir gebracht. Außerdem: Ein paar Klamotten, Wein, Zahnpasta, Tütensuppen, einen Topf und eine Müslischale, was man halt so braucht hier.

Zusammen sind wir dann in die Stadt, Anja zur Massage, Thoko und ich zur Verft, nen Kaffee trinken. Nach der Massage sind wir alle drei auf den Fløyen gewandert, sehr nett! Die Sonne schien, als wollte sie ein letztes Mal beweisen, dass es auch in Bergen tolles Wetter geben kann, dementsprechend gut waren wir dann auch gelaunt. Auf dem Fløyen gibt es nicht nur eine tolle Aussicht, sondern auch einiges an märchenhaften Wäldern:



Als wir wieder unten waren, musste Anja noch in einer dieser Touristenfallen was Teures, aber scheinbar Leckeres essen, Thoko war bei Mäckes, und dann gings auch schon heimwärts. Irgendwie war mir dann zu hause zu spät, um noch was zu essen, also blieb es bei den Cornflakes zum Frühstück und ein paar Keksen unterwegs. Ich sollte mir nächstes Mal vorher unbedingt Brote schmieren.

Sonntag:
Ist der Sommer jetzt vorbei? Obwohl der Sonnenuntergangshimmel gestern abend nicht rot war, hat es heute den ganzen Tag geregnet. Faszinierend, wie tief Wolken unter den Berggipfeln vorbeiziehen können, dabei sind die Berge hier doch nicht höher als 600 m.
Da der “Besuch” (ist ja eigentlich so, dass die beiden Urlaub machen, und ich zufällig auch da bin :-) ) den ganzen Tag auf Tour durch den Sognefjord bis hoch nach Flåm war (ein Ort, an den ich unbedingt auch noch will), hatte ich mich um sieben mit Siri verabredet, der norwegischen Germanistikstudentin vom Vorspiel zwei Wochen zuvor. Wir redeten die ganze Zeit Norwegisch, was echt schwer für mich war.
Ich habe sicher unglaublich viele Fehler gemacht, und gemerkt, wie begrenzt mein
Wortschatz doch noch ist, aber am Ende war ich erstaunt, dass Siri mich kaum
korrigieren musste/wollte. Und ein neues Wort hab ich auch gelernt: “Harry”, was eine Bezeichnung für die Leute sein soll, die im Sommer gerne nach Mallorca fahren, keinen Stil haben, und sich samstags vor der Kneipe prügeln oder so….also irgendwie soviel wie “Asi-Proll” bedeutet…
Danach bin ich noch ein wenig durch die dunkle, verregnete Stadt gewandert, am Hafen entlang, die Halbinsel bis zum Akvarium runter und wieder zurück. Gleich am Anfang,
am Fischmarkt, fiel mir ein Wink aus der Heimat auf:

Aber: Was aussieht, wie das Hamburger Wappen, ist höchstwahrscheinlich das Zeichen der Bergener Feuerwehr, oder sowas…..zumindest hab ich das Ding auch nochmal auf nem Gullydeckel gesehen, wo was derartiges draufstand. Das würde auch erklären, warum das an der alten Feuerwache in Skansen, einer der Sehenswürdigkeiten hier, prangt.

Wenn Hamburg die Stadt der Brücken ist, dann ist Bergen definitiv die Stadt der Treppen. Überall gibt es hier Treppen, Straßen verlaufen auf unterschiedlichen Ebenen, die mit Treppen verbunden sind, und irgendwie erinnern die engen, gepflasterten Wohnstraßen ein wenig an Amsterdam.

Unterwegs habe ich scheinbar das Rotlichtviertel gestreift, jedenfalls wurde ich von zwei Frauen angesprochen, ob ich Sex will, die sahen nicht ganz so billig aus, wie in der Davidstraße, aber irgendwie war trotzdem erkennbar, dass ich den Sex sicher nicht gratis bekommen hätte ;-)

Trotz dieser etwas merkwürdigen Begegnung, und trotz des Regens war der Spaziergang genau das, was mir an dem Abend noch gefehlt hat, der Blick von einer der Häuserreihen auf den Hafen und das Schloss hat mich für die nassen Klamotten mehr als entschädigt:



Schließlich bin ich auf dem Rückweg auch noch an Altona vorbeigelaufen:



Ok, es ist nur die ”Vinbar Altona”, trotzdem faszinierend, wie nah ich eigentlich so an
der hamburgischen Heimat dran bin.

Dass die Asiaten wieder mal die Küche okkupiert und Krach gemacht haben, brauche ich heute wohl nicht extra zu erwähnen. Morgen geht die Uni los, diese Woche dann auch richtig. Ich bin gespannt….

2 Kommentare zu “Tag 16 (Nachmittags) - 18: Anstrengendes Wochenende”

  1. Linda

    Und, wie lange läuft man jetzt auf den Floyen? Hast Du den Lidl mittlerweile entdeckt?

  2. MiZi

    Den Lidl hab ich noch nich gefunden, Rema is ja auch ganz günstig…zu Lidl stand heute auch noch was in der Zeitung, das poste ich später noch.
    Auf den Fløyen brauchten wir etwa 1,5 bis 2 Stunden, glaub ich….wir haben aber auch viele Pausen gemacht, zum Gucken, Staunen und Fotografieren…:-)

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