Tag 6: Linda kommt…
…aber erst abends! Also: Erstmal zur Uni, Einführungswoche, Teil 2. Erneute Führung auf dem Campus, dann Vorstellung der Veranstaltungen auf Englisch an der HF-Fakultet (Geisteswissenschaften - Historisk-Filosofisk). Es fängt an zu regnen und hört nicht mehr auf. Ich schaffe es, mir einen Internetzugang einzurichten. Endlich nicht mehr von der Außenwelt abgeschnitten!
Nach dem anstrengenden Verwaltungskram gehts durch den Regen zur Busstation (habe eine Stunde gewartet, um eine Monatskarte für 400 Kr. zu bekommen), danach zu Svenja zum Essen.
Svenja ist zunächst bei zwei Anarchisten in einem kleinen versteckten Häuschen, ziemlich zentral, untergekommen. Dort pennt sie auf dem Sofa, bis sie eine Wohnung für das Jahr findet. Die Anarchisten organisieren jeden Sonntag eine “Volksküche” im Robin-Hood-Haus hier in Bergen, und gehen ansonsten regulär arbeiten.
Abend gehts noch ins “Kvarteret“, den Ort, wo sich Studenten eigentlich normalerweise rumtreiben. Die Location, die aus verschiedenen Bereichen (Bar, CafĂ©, Konzertraum usw.) besteht, wird von Studenten betrieben, die das alles ehrenamtlich machen. Deswegen ist das Bier (und der Kaffee und überhaupt alles) etwas günstiger als woanders.
Und das ist wiederum der Grund, warum am Wochenende (oder eben in der Mentor’s Week) der Laden zum Bersten voll ist. Und es ist nicht wirklich angenehm, Halbwüchsige en masse durchs Haus torkeln zu sehen, die gerade eben vom Vorspiel kommen.
Ich war jedenfalls ganz froh, als ich gegen elf los musste, weil Linda ja an der Bushaltestelle in Fantoft auf mich gewartet hat. Mit Claudia, einer Norwegerin, die auch in Fantoft wohnt, bin ich dann los, und Linda wartete auch schon ein paar Minuten auf mich, voller Vorfreude auf ihren Urlaub hier in Bergen.