Tag 5: Die Einführungswoche

“Iiiih, du hast da ne Wespe, nicht bewegen!” waren die ersten Worte, die ich hier mit anderen deutschen Studierenden gewechselt habe. So lernte ich Svenja aus Hildesheim und Mareike aus Kiel kennen, die beide wie ich an der Fakultät für Geisteswissenschaften studieren.
Genau dort hielten wir uns zu dem Zeitpunkt auch auf.
Wir waren nämlich auf dem Weg zur Eröffnung der Mentor’s Week, oder auch “Fadderuken”, wo wir Ausländer auf verschiedene Mentorgruppen verteilt werden sollten. Diese Mentorgruppen haben das Ziel, den neuen Studierenden einerseits ein bischen das Nachtleben Bergens mitzugeben, andererseits sollen sie helfen, gleich zu Studienbeginn Kontakte zu knüpfen. Das Dumme daran ist nur, dass die ausländischen Studierenden in der ersten Woche viele Sachen erledigen müssen, die zeitlich mit dem “Fadder”-programm kollidieren. Außerdem sind die norwegischen Studierenden in den Gruppen kaum über 18, 19 Jahre alt. Das gestaltete die Sache etwas schwierig. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass, zumindest in den Geisteswissenschaften, der Anteil der Deutschen an den Austauschstudierenden bei etwa 75 % liegt.

Vor dem Mentorenprogramm fand aber auch noch die offizielle Einführungsveranstaltung statt. In schlecht lesbaren Power-Point-Präsentationen wurde man dort mit Informationen nur so bombardiert, und so richtig wusste hinterher niemand, wo er sich nun wann anmelden sollte. Wenigstens gab es ein Chicken-Wrap und eine Cola gratis, und die wichtigsten Unterlagen bekam man dort auch.

Nach dem Uni-Stress verabredete ich mich mit Widar, dem netten Menschen vom Samstag, und wir gingen einen Kaffee trinken an der USF-Verft. Diese “Verft” liegt etwa 5 Minuten vom Zentrum am Rand der Nordnes-Halbinsel und beherbergte früher eine Fischfabrik. Hin kommt man durch ein wunderschönes altes Viertel, das aus Holzhäusern und engen Kopfsteinpflasterstraßen besteht, ein wenig wie in Blankenese.

           

Heute gibt es dort die Bergen Cinematek, ein Café und andere Veranstaltungsorte. Daneben finden sich Wohnhäuser, die ein wenig an die Hafencity erinnern.
Vom Café aus hat man einen fantastischen Blick in den Fjord, die Berge und einen Teil des Hafens. Und wenn man Glück hat, kann man einen denkwürdigen Sonnenuntergang erleben, mit einer roten Sonne überm Berg auf der einen Seite und, da es gleichzeitig ein wenig nieselte, einem Regenbogen auf der anderen:



Ich mag Bergen immer mehr. Und der auf dem Heimweg einsetzende Regen hat daran so gar nichts geändert…

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