Bergen, Tag 2
Bergen begrüßte mich heute in all seiner Pracht. Ein Blick aus dem Fenster, und die sonnengefluteten Berge, auf denen Häuser wachsen, hießen mich willkommen in der Stadt, die nun also 10 Monate meine Heimat sein soll.
Doch richtig angekommen war ich immer noch nicht. Ich musste ja erst einmal im Wohnheim einchecken. Das hieß, erst einmal eine Bank finden, die Geld wechselt (das hat dann die Touristinfo gemacht, zu nem miesen Kurs allerdings), einen Geldautomaten für den Rest der Kaution (ich glaube, ich habe zu viel abgehoben, und bin jetzt im Minus, obwohl das bei mir gar nich geht), und dann noch nen Bus finden, der nach Fantoft fährt. Letzteres gestaltete sich am schwierigsten, weils in dieser Stadt ungefähr ne halbe Million Bushaltestellen gibt, die sich unendlich verteilen und wo immer unterschiedliche Busse halten. Ich ging nach einer kleinen Odyssee also wieder zur Touristinfo und zog eine Nummer. In den eineinhalb Stunden hätte ich auch shoppen gehen können, aber ich blieb tapfer da sitzen und wartete, dass die 60 Nummern vor mir alle abgefertigt wurden. Schließlich bekam ich in Erfahrung, wo mein Bus fährt, und holte meine Sachen von Helge, die ich dann, bergauf, bergab, einmal durch die Stadt schleppte.
In Fantoft selbst lief eigentlich alles reibungslos. Die Dame in der Rezeption (eine Rezeption in nem Studentenwohnheim, in Spitzenzeiten mit über zehn Betreuern besetzt, freundlich eingerichtet, mit Internet und überhaupt: Das Studentenwerk hier lässt sich nich lumpen) war ganz prima, wir unterhielten uns auf Englisch und Norwegisch, und am Ende hatte ich meine Schlüssel für ein 2er-Appartement im sechsten Stock. Das Zimmer selbst ist recht geräumig und hell, die Küche und das Bad allerdings recht dunkel, das wird spannend, wenn ich die erste Stromabrechnung bekomme. Gleich nebenan ist sogar n Supermarkt, allerdings kein Lidl, der muss aber ganz in der Nähe sein, hab schließlich Leute mit nem Lidl-Beutel rumlaufen sehen.
Mein Mitbewohner hatte sich dann auch recht bald vogestellt, ein Junge aus Hong Kong, unglaublich freundlich, hat mir auch gleich seinen Topf geliehen, aber er macht das Licht nich aus, und muss auch noch mal im Umgang mit Wasser belehrt werden, glaub ich.
Nach meinem „Einzug“ bin ich nochmal in die Stadt gefahren (wieder 23 Kronen pro Tour ausgegeben), und hab Kopfhörer gekauft, und mich irgendwo am Hafen hingesetzt um zu lesen. Da fings dann an zu regnen, das Bergener Wetter kenn ich jetzt also auch. Auf dem Weg zurück zum Bus hab ich dann noch in nem Plattenladen gestöbert, der jetzt mein neues Lieblingsgeschäft is. Da gibt’s tolle Cds und DVDs schon ab 50 Kr., jetzt brauch ich nur noch n bischen Kleingeld dazu
Morgen guck ich mir mal die Uni an, das hab ich irgendwie nich geschafft. Fürs Auge gibt’s hier schon was, allerdings bin ich noch nich sicher, ob die Noten hier höher anzusetzen sind, als in HH…